Förderverein Büdnerei 202 • Museum Hedwig Symanzik e.V.

AUSZUG

Hedwig Symanziks  Gedanken

Das Wichtigste ist der Wille, den Menschen etwas Wertvolles zu sagen. Dieser Wille ist erst der Wind in dem Segel des Talents, die Triebkraft, duch die es sich entfalten wird. Diese Kraft ist nicht meßbar ...

Es besteht eine Verwandtschaft zwischen allen Dingen. Verwandtschaft des Anorganischen mit dem Pflanzlichen (Eisblumen am Fenster), des Pflanzlichen mit dem Tierischen usw. 

Am Strand bin ich manchmal erschrocken, ehe ich auf einen Stubben der Buhne trat, als wäre es ein lebendes Wesen! So beseelt sich auch Stein und Holz unter der Hand des Künstlers, kommt ihm entgegen. »Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt fängt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort«. So kommt mir auch jetzt das Holz entgegen.

Das Zauberwort für den Künstler ist »Tages Arbeit«

Förderverein Büdnerei 202 • Museum Hedwig Symanzik e.V.

AUSZUG

Berufliche Entwicklung und Ziele 
Sichtweise der Künstlerin Hedwig Symanzik

Mein stärkster Trieb ist der, zu vereinfachen. Das liegt in der Zeit. Der moderne Mensch ist einer überkomplizierten Umwelt ausgesetzt – er sehnt sich nach Einfachheit, Ruhe und Harmonie, wenigstens in seinen vier Wänden.

In meinem Beruf widme ich mich hauptsächlich zwei Spezialgebieten. Das sind die farbige Kleinplastik, die sich billig vervielfältigen läßt – nämlich die Keramik – und die von mir benamste gebundene Holzplastik.


Die farbige Kleinplastik
Meine Absicht ist es, Plastik für den „kleinen Mann“ zu machen, der die Mehrheit des Volkes ausmacht. Gute Plastik in Museen, öffentlichen Anlagen und für reiche Leute gibt es genügend, aber um Plastik volkstümlich zu machen, muß man sie in die Wohnungen bringen. Sie muß also billig und in ansprechender Auswahl angeboten werden. Und was kauft sich der einfache Mensch? 

Nicht das, was für ihn zu hoch, zu schwer oder zu problematisch ist, denn das hat er in seinem Leben genügend. In seinem Heim möchte er deshalb das Harmonische, das Schöne und Verständliche vorfinden. Die zu diesem Zwecke hergestellten Reproduktionen unserer gegenwärtigen Meister sprechen meist nicht so an wie die alten Nippes, denn beim urwüchsigen Menschen ist das Form- und Farbempfinden noch nicht getrennt, sie bevorzugen also die farbige Figur. Hier könnte man durch Keramik einen Engpaß füllen. Da sich für reine Farben vorzugsweise Tiere eignen, habe ich mich mit ihrer Gestaltung seit vielen Jahren beschäftigt. Ich bin mir darüber im Klaren, daß an eine Form, die industriell vervielfältigt werden soll, die höchsten Ansprüche zu stellen sind ...

Da ich selbst ein einfacher, naturverbundener Mensch bin, hoffe ich, Volkstümliches schaffen zu können, etwas einem Volkslied vergleichbares.